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Umwelt und Regionales

Natur und Umwelt: Lebensqualität sichern – Balance erhalten

Natur- und Landschaftsschutz genießen im Kreis Groß-Gerau – gerade auch wegen der vielfältigen Belastungen - schon immer oberste Priorität. So sind ca. 16 % der Fläche unseres Kreises unter Schutz gestellt. Mit dem Naherholungsraum „Kühkopf / Knoblochsaue“ und dem „Mönchbruch“ liegen die beiden größten hessischen Naturschutzgebiete im Kreisgebiet. Sie zu schützen und für Mensch wie für Fauna und Flora als unverzichtbaren Schatz unserer Umwelt zu erhalten, ist Ziel unserer Politik. Dabei fordern wir vom Land Hessen insbesondere für die verbliebenen Natur- und Waldflächen mehr Unterstützung für die Pflege und Erhaltungsmaßnahmen und insbesondere auch mehr Personaleinsatz.

Mit dem „Regionalpark Rhein-Main“ und dem „Geopark“ wollen wir die landschaftlichen Qualitäten unseres Kreises für die Naherholung weiter erschließen, ohne dabei schützenswerte Biotope zu gefährden. Diese Naturräume bieten sich für die Entwicklung eines „sanften Tourismus“ an, da sie gerade auch den Menschen aus den umliegenden Großstädten gerne für Freizeit und Naherholung nutzen.

 

Wir unterstützen gerade auch im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes das ehrenamtliche Engagement. Deshalb fördern wir die Arbeit von Vereinen und Stiftungen, die sich für die Natur und den Erhalt unserer Umwelt mit ihren Schutzbelangen – z. B. FFH-Gebiete, Vogelschutzgebiete - einsetzen.

 

Wir wollen die Lebensqualität in unserem Kreis sichern und die Balance erhalten. Deshalb setzen wir in den kommenden Jahren im Bereich Umwelt, Natur und Verkehr besonders auf folgende Themen:

 

  • Wir fordern, dass die Riedbahn endlich durch den Bau einer neuen Trasse vom Schnell- und Güterverkehr entlastet und zu einer echten S-Bahn ausgebaut wird. Der erforderliche Lärmschutz entlang der Riedbahn in den Wohnbereichen ist längst überfällig und umzusetzen.

  • Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass endlich die Ortsumgehungen der B 44 für Klein-Rohrheim, Dornheim, Mörfelden und Trebur gebaut werden und in diesem Zusammenhang auch für den Groß-Gerauer Stadtteil Berkach eine geeignete Entlastung gefunden wird.

  • Wir kämpfen weiter engagiert für den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger gegen die Belastungen des Fluglärmes und insbesondere für die Einführung des Nachtflugverbotes von 22 bis 6 Uhr.

  • Wir setzen uns verstärkt für die Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel ein und unterstützen Projekte wie z.B. „bike & business“ sowie die Ausstattung unserer 16 Bahnhöfe mit zeitgemäßen Fahrradabstellanlagen.

  • Wir setzen uns dafür ein, dass Bannwald wieder seinen politischen Schutzfaktor erhält.

  • Wir machen uns dafür stark, die Agrarförderung an ökologische Standards zu binden.



  • Wir setzen uns für die stufenweise Einrichtung einer Umweltzone im Kreis Groß-Gerau und seinen kommunalen Nachbarn ein.

  • Wir werden uns daher auch weiterhin dafür einsetzen, dass im Kreis Groß-Gerau keine Gentechnik auf landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt wird.

  • Eine Ausweisung von Kiesabbauflächen gegen den Willen der Kommunen lehnen wir ab. Dort, wo der Kiesabbau im Einvernehmen mit der Kommune erfolgt, ist die Verkehrsbelastung auf ein Minimum zu begrenzen. Ebenso müssen vorher einvernehmliche Konzepte für die Zeit nach dem Abbau gefunden werden. Bannwald darf nicht für Kiesabbau in Anspruch genommen werden.

  • Wir setzen uns für die sofortige Abschaltung des Kernkraftwerkers Biblis ein. Wer Sicherheit für die Bevölkerung will, muss sich für erneuerbare Energien einsetzen und selbst Energie sparen.

 

Regionale Kooperation im Vordergrund: Chancen nutzen, bürgernah arbeiten

Wir wollen ein starker Kreis in einer starken Region sein. Deshalb stehen wir zu der regionalen Zusammenarbeit. Der Kreis Groß-Gerau hat sich in den vergangenen Jahren trotz schwieriger Haushaltslage bei einer Vielzahl von Kooperationsprojekten in die Region eingebracht und damit Verantwortungsbewusstsein für die regionalen Belange bewiesen.

 

  • Dabei setzen wir auf freiwillig unbürokratische und bürgernahe Kooperation in der Metropolregion Rhein-Main, die einen zusammenhängenden Wirtschaftsraum von Bingen bis Aschaffenburg und von der Wetterau bis zur Bergstraße darstellt.

  • Wir sagen auch weiterhin „Nein“ zum Ballungsraumgesetz, das den Kreis Groß-Gerau faktisch teilt.

  • Wir setzen uns ein für eine regionale Kooperation, die dem polyzentrischen Charakter unserer Region gerecht wird und nicht an den Grenzen von Gebietskörperschaften oder Ländern Halt macht.

  • Wir werden uns weiterhin aktiv in die Diskussion um regionale Organisationsstrukturen mit demokratischer Kontrolle einbringen. Wichtig ist uns dabei, dass die Entscheidungswege kurz, die Außendarstellung einheitlich und die Verwaltung straff und hoch­effizient sind.

  • Wir setzen uns ein für eine Verstärkung des regionalen, nationalen und internationalen Standortmarketings.



  • Wir unterstützen die Kooperation benachbarter Kommunen für die Verabredung von Planungsgemeinschaften und Ansiedlungsrichtlinien, die klare und verlässliche Vorgaben zur Flächenbewirtschaftung machen.

  • Wir fordern eine Siedlungspolitik, die Landschafts- und Naturschutz berücksichtigt, nach Möglichkeit brachliegende Flächen nutzt und flächensparende Bauweisen fördert.

  • Wir setzen uns für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Angebots des Rhein-Main Verkehrsverbundes (RMV) ein, Im Sinne von mehr Zuverlässigkeit, einem optimierten Service, verbesserter Kundenfreundlichkeit und besserer Vernetzung von Bus und Bahn. Eine Reduzierung der finanziellen Mittel im ÖPNV schließen wir aus.

  • Wir wollen mehr Personen- und Güterverkehr von der Straße auf den Wasserweg oder die Schiene verlagern. Deshalb unterstützen wir auch nachdrücklich den Ausbau des Gernsheimer Hafens.

  • Wir werden den Standortatlas fortschreiben und weiterentwickeln.

 

Ruhe in der Nacht – Pausen am Tag

Noch immer: Gegen weitere Belastungen durch den Flughafen

Wir wollen, dass der Frankfurter Flughafen auf Dauer international konkurrenzfähig bleibt und sichere Arbeitsplätze für vielfältige Berufsbilder anbieten kann. Demgegenüber stehen aber die starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Menschen und die großen Entwicklungshemmnisse und Siedlungsbeschränkungen der Kommunen im Flughafenumland. Unsere Position lautet deshalb: Wir sind keine Flughafengegner, wir sind solidarisch mit den Beschäftigten des Flughafens. Aber wir müssen auch dafür Sorge tragen, dass die Menschen in diesem Raum leben und arbeiten können. Verträgliche Strukturen brauchen ein gutes Miteinander und den Erhalt von Lebensqualität als Standortfaktor und Ziel einer bürgernahen Strukturpolitik.

 

  • Wir fordern, dass die Landesregierung die Lärmschutzzonen spätestens in 2011 in Kraft setzt, damit die betroffenen Menschen ihre berechtigten Entschädigungsansprüche gegenüber dem Flughafenbetreiber gelten machen können.

  • Wir fordern nach wie vor das Nachtflugverbot für den Flughafen Frankfurt am Main. Wir brauchen Ruhe in der Nacht. Und wir brauchen Lärmpausen am Tag.

  • Wir fordern, dass alle Möglichkeiten hinsichtlich des aktiven und passiven Schallschutzes ausgelotet werden.

  • Wir brauchen jetzt ein Fluglärmschutzgesetz, das seinen Namen verdient, um den Menschen, die im Kreis Groß-Gerau leben, wirksamen Schallschutz zu gewähren und den Kreis als attraktiven Wohn- und Gewerbestandort zu erhalten.

  • Wir fordern eine Untersuchung über die gesundheitlichen Auswirkungen des am Frankfurter Flughafen erzeugten Fluglärms. Diese muss noch vor der möglichen Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn erfolgen, denn nur so kann die zusätzliche Lärmbelastung dokumentiert werden.

  • Wir setzen uns dafür ein, dass im Wege von Betriebsgenehmigungen durch das Land aktiv Lärmschutzmaßnahmen unverzüglich angeordnet werden.